Aufnahmen im Computer zu speichern bietet eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber der konventionellen Aufnahme: man kann die Sets auf CD brennen und an Freunde oder Clubs weitergeben; oder man kann das Set auf den iPod ziehen, aber das Beste ist sicherlich im Nachhinein noch das ein oder andere ändern zu können.

Was brauche ich denn nun, wenn ich meine eigenen DJ-Sets im Computer aufnehmen will?


Eigentlich braucht man gar nicht viel und das Meiste wird der Durchschnitts-DJ bereits zu Hause stehen haben:

  • einen Computer
  • eine Soundkarte für den Computer
  • einen Mixer mit „RecOut“
  • ein Kabel Cinch auf 3,5mm Klinke
  • ein Programm zur Aufnahme
  • und viel Festplattenspeicherplatz

Der Computer

Alles, was neuer als ein PII 400 (ca. Jahr 1999) ist, dürfte vollkommen ausreichen, um sein DJ-Set auf die Festplatte zu bannen und bei Wunsch sogar die Aufnahme on-the-fly in ein MP3 zu wandeln.

Die Soundkarte

Auch hier dürfte die üblicherweise in neueren Rechnern auf dem Motherboard eingebaute 0815 Soundkarte vom Chipsatz ausreichen.

Wem die Qualität nicht ausreicht kann aus dem schier unendlich scheinendem Angebot an Soundkarten und Herstellern schöpfen. Doch schon Consumer-Karten aus der Liga um die Creative Audigy dürften auch dem etwas anspruchsvolleren DJ zufriedenstellen.

Nach oben sind aber wie gewohnt keine Grenzen gesetzt und wer unbedingt Hi-End Qualität kann sich nach Wandlern bzw. Karten der Marken Apogee oder Prism umschauen.

Der Mixer und Warum der RecOut?

Ein solcher Ausgang wird am Mischer zwar nicht unbedingt benötigt, aber bietet doch einen gewaltigen Vorteil: er ist zusätzlich zum Master- und zum Monitorausgang und nicht vom Mastergain abhängig. Das heisst im Klartext, dass alle Änderungen, die ihr am Master-Volumen macht nicht aufgenommen werden.

Ihr könnt also durchaus mal eben den Pegel senken zum Telefonieren…ohne eure Aufnahme zu gefährden.

Das Kabel wird vom RecOut des Mixers an den LineIn der Soundkarte angeschlossen. Meist wird es sich hier um ein Kabel mit Cinch-Steckern auf der einen Seite (für den Mixer) und einer 3,5mm Klinke auf der entgegengesetzten handeln.

Wer keinen RecOut hat muss stattdessen den Master-Ausgang mit dem LineIn der Soundkarte verbinden und dann den Mix über die Soundkarte abhören. Das hat aber neben der Sache mit dem Master-Volumen noch einen weiteren Nachteil: Latenz.

Jede Soundkarte braucht eine gewisse Zeit, um das am LineIn anliegende Signal wieder über den Soundkartenausgang zu prozessieren und dann wieder auszugeben. Diese Verzögerung nennt sich Latenz.

Bei sehr guten Soundkarten und Treibern liegt die Latenz zwischen 1-10ms, bei schlechteren Exemplaren aber auch gerne mal über 50ms. Bereits ab 5ms ist Latenz aberhörbar und kann beim Mischen sehr stören.

Wichtig ist es im Mixer-Programm der Soundkarte den Aufnahmen-Kanal auf „LineIn“ zu stellen, damit das Signal von den Anwendungen aufgenommen werden kann.